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Nach knappen 3h Autofahrt hoppeln Alex und ich über die altbekannten Schlaglöcher auf der Zufahrtsstraße zur Base Nautique am Althrein in Plobsheim. Die Wasserfläche etwas südlich von Straßburg ist mit 0,8 x 2km Größe zumindest bei günstiger Windrichtung für eine kleine Regatta gerade ausreichend. Kaum ausgestiegen steht schon Philippe Blanchard, der Organisator, mit einem Handwagen vor uns und überreicht Brezeln und Begrüßungsbiere. Die Sonne scheint aus wolkenlosem Himmel und der Wind weht mit 2-3 aus Nordost, so dass eine schöne Kreuz ausgelegt werden kann. Ohne Hektik Aufbauen, Anziehen (aber nur Dünnstes, als Sonnenschutz) und 5min Anfahrt zur Startlinie: so entspannt kann Regattasegeln sein.
Unser Trainingstag Ende Februar im Trockenanzug und Neoprenhaube lässt sich nur noch schwer vorstellen, aber was die Manöver klappen zumindest noch einigermaßen. Wir kommen am Start auch ganz gut raus und sind gleich vorne mit dabei. Es ist eng. Kleine Dreher auf der Kreuz sorgen immer wieder für Positionswechsel und die Spikurse sind fast ein Würfelspiel. Auf welcher Seite wird die nächste Böe durchziehen ist die Frage. Auf den letzten Spikurs gehen wir als erste. Philippe hinterher, aber einige wählen die andere Seite und im Ziel wird es dann verdammt knapp. Mit einer Bootslänge Vorsprung retten wir die erste Wetfahrt von den nächsten drei Booten ins (Vorwind-)Ziel.
So könnte es weitergehen, aber auf diesem Revier kann viel passieren. Prompt geht die zweite Wettfahrt in die Hose. Wir arbeiten uns zwar auf der zweiten Kreuz bis auf den dritten Platz vor, beim letzten Spikurs gehen wir aber mit unseren zwei nächsten Verfolgern nach links raus und lassen 5 Boote ungedeckt auf der anderen Seite durchfahren. Ein einfacher Fehler, es hätte zumindest der 5. Platz werden können, so wird es der Achte.
Der Wind frischt jetzt auf und zumindest ein Spraytop muss jetzt noch über das Lycrahemd. Chaos am Start. Teil 1: die Wettfahrtleitung zieht alle Flaggen 1 Minute zu früh. Wir richten uns nach den optischen Signalen, fahren mit zwei anderen auch über die Linie, doch nach einiger Überlegung pfeift man uns zurück. Teil 2: Wir liegen gut positioniert hinterm Startschiff, haben "dicht gemacht", als tatsächlich eine Meute Franzosen auf die 1m große Lücke zwischen dem Startschiff und unserem Bug zuhält. Gebrüll, es kracht ein bisschen, wir werden die Linie entlang geschoben, kommen irgendwie sogar ganz gut raus, aber wieder Gesamtrückruf. Beim dritten Versuch, klappt es, wir haben die Nase recht weit vorne und etwas Bammel, haben aber keinen Frühstart. Es ist eng, wie in der ersten Wettfahrt und mit dem vierten Platz können wir zufrieden sein. Jetzt muss aber noch was gehen.
Diesmal meiden wir das Chaos, die Linie ist kurz und die Wahl der Seite daher fast egal, und starten völlig frei mit guter Geschwindigkeit an der Tonne. Ein leichter Linksdreher ist bei dem pendelnden Wind immer möglich und er kommt auch prompt. Bei solchen Bedingungen sollte man einfach versuchen, ohne Extremschläge die Nse vorne zu haben, um früh auf die Dreher reagieren zu können. Wende für Wende geht es ein Stück voran und wir liegen an der Luvtonne vorne. Veronique, die schon die beiden letzten Wettfahrten gewonnen hat, hängt uns im Nacken und ist extrem schnell unterwegs. Wir schaffen es vor ihr durch Gate und halten sie mit allen Mitteln auch auf der Kreuz doch dann geht es auf den letzten Spigang. Meter für Meter schiebt sie sich nach vorne und ist nicht zu halten. Wir können nur noch mitfahren, müssen sie aber ziehen lassen, doch der zweite Platz sichert uns auch den zweiten Platz insgesamt.
Am Sonntag ist totale Flaute angesagt. Erstmal ein gemütliches Frühstück mit Zeitung auf der Terasse des Clubs genießen. Danach ziehen wir uns mit den Notebooks ins Clubhaus zurück. Wir nutzen die Zeit, um ein wenig zu arbeiten und diesen Bericht zu tippen. Gleich werden wir aber einpacken und mit einem guten Saisonauftakt in der Tasche den Heimweg antreten, zurück aus dem Kurzurlaub in Frankreich.
505 GER 8625 Patrick's Tyre
Alex Cross & Falko Braun
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