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Die Internationale Deutsche Meisterschaft der 505er wurde dieses Jahr im Rahmen der Warnemünder Woche ausgesegelt. 49 Boote gingen an den Start und die Rangliste von oben herab war komplett vertreten. Ein hochklassiges Feld also, das heiße Rennen versprach. Der Wetterbericht sagte zudem das heißeste Wochenende des Jahres voraus. So kam es dann auch. Und eigentlich hätte die Halbfinalniederlage der WM als Auftakt uns schon zu denken geben müssen.
Bei ablandigem Südwind, der insbesondere in Ufernähe stark drehte, wurden die ersten beiden Wettfahrten gestartet. Wie üblich geschah das bei uns mittels Torstart-Verfahren, problemlos also, vorausgesetzt, man hat genug Speed und Höhe. Uns fehlte von beidem ein bisschen und wir mussten recht früh wenden, da wir in die Abdeckung der anderen Boote rutschten. Das sah gar nicht gut aus. Wir versuchten die Dreher auszusegeln, aber offensichtlich waren alle in der Lage, ihren Kompass zu lesen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Das Ergebnis: wir arbeiteten in der zweiten Hälfte und mussten ständig Kompromisse suchen, um freien Wind zu finden.
In der zweiten Wettfahrt das gleiche Bild. Einziger Lichtblick bisher war die sommerlichen Bedingungen. Segeln ohne Neopren, sondern fast in der Badehose. Am frühen Nachmittag schlief wie erwartet der Wind ein. Die Sonne warf den Thermikmotor an und hob dadurch den Südwind auf. Nach 2 Stunden Warten auf dem Wasser setzte sich der Seewind dann endlich durch. Und weil der so schön war, entschied sich der Wettfahrtleiter gleich für zwei weitere Rennen. Für uns ergab das keine Verbesserung und es wurde schließlich 20:30, bis wir als letzte Bootsklasse an Land waren. Es reichte gerade noch für ein Döner Kebab und dann ab ins Bett.
Freitag wurde es noch etwas wärmer. Dadurch stand die Seebrise früher, doch wir durften als einzige Klasse im Hafen bleiben. Ein kurzer Strandbesuch konnte die Stimmung aufbessern und wir schöpften wieder Hoffnung. Als wir nachmittags ausliefen, rechneten wir mit oszillierender Thermik, konnten aber keine Regelmäßigkeit der Windreher ausmessen. Die Richtung blieb stabil und so drehte sich wieder fast alles um Geschwindigkeit, die uns fehlte. Selbst als wir strategisch richtig einmal die Startkreuz Anschlag rechts fuhren und unter den ersten 20 die Luvtonne rundeten, endeten wir deutlich in der zweiten Hälfte. "Zur Strafe" verordnete der Wettfahrtleiter für die 505er alleine eine dritte Wettfahrt an diesem Tag und wir fragten uns alle, warum wir dann nicht früher mit den anderen Klassen ausgelaufen waren. Immerhin gab es abends eine Championship-Party und es wurde reichlich nachgelegt, so dass alle noch satt wurden.
Für den Samstag sah es trübe aus - zumindest aus seglerischer Sicht. Es sollte der heißeste Tag werden und er fühlte sich auch morgens um 09:00 Uhr schon danach an. Eigentlich ein Tag für Thermik und Seewind, aber auch dem Wind war es wohl zu heiß. Startverschiebung. Wir nutzten die Zeit, um das Rigg auszumessen und die Trimmmarken zu überprüfen, doch ein genauerer Blick in den Mast machte deutlich, dass wir seitlich einen S-Schlag im Mast hatten. Er war ziemlich verbogen. Ein Rätsel, da wir ihn am Segelclub vor Kurzem noch geprüft hatten. Das sah nicht gut aus und trug sicherlich auch zu unseren Problemen auf der Bahn ein wenig bei.
Für diese Serie machte ein neuer Mast allerdings keinen Sinn und man sollte sich beim Riggen eines neuen Masts auch Zeit lassen, also trimmten wir so gut es ging durch. Dann kam auch schon die Durchsage, dass keine Wettfahrten mehr gestartet würden. Strand, war alles, was uns in der brütenden Hitze über die Lippen kam und so zogen wir mit einigen Seglern los, um uns in der Ostsee zu erfrischen. Abends gab es dann ein schönes Grillfest der 505er mit Freibier auf dem Hafenvorfeld. Und natürlich jubelten wir der deutschen Fußballnationalmannschaft zu, als sie sich den 3. Platz erspielte.
Mit dem ungeplanten Pausentag ("Layday") im Nacken durften wir am Sonntag schon um 10:00 draußen an der Linie sein. Leichte Schaumkronen zeigten sich auf dem Wasser, der Südwind war kräftig. Und flaute dann auch kräftig ab. Bis zur Startlinie krümmte sich der Buckel im Trapez merklich, schließlich ging es auf Deck zurück und dann saßen wir unten im Boot und trieben in der Flaute, noch bevor eine Startsequenz überhaupt beginnen konnte. Oha, und nun? Warten, Faulenzen, Schwätzen, Warten, aber es war klar, das wird nichts mehr. Die Warnemünder Woche und die IDM wurden abgeschossen und unser Ergebnis war besiegelt. Meike Schomäker und Holger Jess wurden Deutsche Meister vor Lutz Stengel und Frank Feller. Wir waren weit weg davon.
Was nun? Erstmal werden wird die Saison so gut es geht fortsetzen und versuchen, im August am Bostalsee unseren Pokal zu verteidigen. Und dann sehen wir mal weiter, denn eigentlich muss das Sparbuch geplündert werden, wenn wir in der Klasse nochmal angreifen wollen. Unsere Manöver sind absolut konkurrenzfähig. Zwei drei Regatten mehr, um in Wettkampfsituationen besser reagieren zu können sollten sein, aber ohne ein schnelles Rigg und passende Segel wird in so gut besetzten Feldern wie bei der IDM nichts zu holen sein.
Segeln ist trotzdem ein toller Sport und die Warnemünder Woche war fast wie ein Urlaub.
505 GER 8625 Patrick's Tyre
Alex Cross & Falko Braun
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