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„-10°C ??“, Niels erschrak furchtbar, als er sonntags morgens im VW-Bus aus dem Schlafsack aufblickte. Irrtum, doch nur -1,0, aber trotzdem „arschkalt“. Wir rappelten uns auf und genossen ein feudales Müsli mit frischer Banane. Die männlichen Crewmitglieder wurden des Busses verwiesen und stiefelten Richtung Boot, während die Damen die Kleiderfrage klärten. 1-3 Fließlagen standen zur Debatte. Ein existenzielles Problem, konnte man doch im Hafen beobachten, wie mit Paddeln die Eisfläche zum Ablegen vom Steg zerschlagen werden musste.
Dank strahlend blauem Himmel und absoluter Flaute standen wir aber kurze Zeit später im Freien auf der Terrasse des Clubhauses und schlürften Cola mit Eiswürfeln (nicht aus dem Hafen). Auf dem See hingen verträumt ein paar Segel herum: ein Stillleben aus Segelbooten.
Der Samstag hatte uns mit tollen Trainingsbedingungen verwöhnt. Bei strahlendem Sonnenschein, aber 2-3 Windstärken und reichlich Sparringspartnern auf dem Wasser war das Manövertraining eine wahre Freude. Dank gründlicher und strukturierter Vorbereitung unseres „besessenen“ Jugendwarts überraschten wir die anwesenden Crews mit durchaus akzeptablen Haltungsnoten.
Das Niels-Tier demonstrierte auf dem Vorschiff (seinem natürlichen Lebensraum) seine evolutionär übermenschliche Leistung und es war eine Wonne, ihn auf der Jagd nach der Spischot zu beobachten.
In sicherer Deckung hinter dem Aufbau setzte Annabelle mit der Fockschot über die Hürden aus Blöcken und Schotklemmen, musste jedoch einige Blessuren im Kniebereich hinnehmen. Gelegentliche Beeinträchtigungen der Wahrnehmung bezüglich Luv- und Leeseite konnten umstandslos kompensiert werden.
In gefährlicher Nähe zum gelegentlich mit Bluthochdruck kämpfenden Steuermann widmete sich Annka den wirklich wichtigen Dingen an Bord: dem Traveller. Damit nicht genug, musste sie auch den handlichen 35qm-Spi fahren. Keine leichte Übung die zu Nackenschmerzen und Handgelenksstarre führte.
Darüber hinaus waren aber keine Verletzungen zu verzeichnen und auch Falko gelang es, durch den abschließenden Aufschießer in den Stillstand zwischen zwei (zu) eng stehenden Dalben, dem Tag sein persönliches Aha-Erlebnis abzugewinnen. Soviel zum Segeln.
Sonntags durften wir zwar noch mal voller Hoffnung auf Wind auslaufen und auch eine Startübung segeln, widmeten uns aber den Rest des Tages dem Auskranen und Abfahren. Eine ganz wichtige Erkenntnis konnten wir bezüglich der Geografie Hollands aber gewinnen: Wer Löcher gräbt, muss Deiche bauen!
Dank u wel
Annka, Annabelle, Niels & Falko
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