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| Bericht von der Kieler Woche 2007 - 505 Regatta (von Falko Braun/ 28. Juni 2007) |
Hier geht es zu den offiziellen Ergebnissen der Regatta Mit dem 505er auf der Kieler Woche 2007 Zur 125. Kieler Woche hatten in der 505er Klasse 53 Boote gemeldet. Darunter die aktuellen Weltmeister (Saugmann/Ramsbaek ) aus Dänemark, der mehrfache Weltmeister Wolfgang Hunger mit Holger Jess und die gesamte Spitze der deutschen Rangliste. Prominentester Starter war der SAP-Mitgründer Hasso Plattner, der seit drei Jahren mit dem amerikanischen Profisegler Peter Alarie neben seiner Maxiyacht „Morning Glory“ auch 505er segelt und in Interviews davon schwärmt. Mit Spannung reisten wir Mittwochnacht an und schlugen unser Lager im Auto zuerst mal vor den Toren des Olympiahafens auf, der nachts geschlossen war. Nach kurzem Schlaf durften wir morgens um 7:30 endlich mit dem Trailer zu den Liegeplätzen vorfahren und mit frischem Kaffee aus dem Pappbecher in der einen und einem Rosinenbrötchen in der anderen Hand überlegten wir, mit welcher Hand das Boot nun aufgebaut werden könnte. Wir schafften es dann mit allen Basteleien doch unter einer Stunde und bekamen auch die 50 Euro Pfand zurück, die man beim Einfahren auf das Gelände als Pfand hinterlegen muss. Als nächstes galt es, die Wagenburg auf dem Campingplatz aufzubauen, das neue Großsegel abzuholen, den Wetterbericht zu prüfen, dann umziehen und raus aufs Wasser. Dort war erstmal Flaute vorzufinden. Wir schafften es, uns 30min nicht mehr als 50m von der Stelle zu bewegen und beschlossen, lieber pumpenderweise in den Hafen zurückzukehren und mit kühlem Jever einen Backfisch runterzuspülen. Der Tag war damit auch gelaufen. Abends gab es aber doch noch ein Highlight im Festzelt: die Band „united four“, die jedes Jahr auf der Kieler Woche auftritt, versetzte die Segler zu Hunderten in Ekstase und hier wurde fühlbar jegliche Energie umgesetzt, die sich tagsüber angestaut hatte. Freitag versprach ein langer Segeltag zu werden. Wir waren wahnsinnig neugierig auf das neue Großsegel und liefen sehr gespannt bei 8-10kn Wind aus dem Hafen aus. Die Anfahrt auf die Bahn Charlie dauert meistens über eine Stunde, genug Zeit also, kritische Blicke auf das Segel zu werfen. Am Startschiff angekommen ging es dann recht schnell. Zuerst starteten die FDs und mit kurzer Verzögerung wir. Das hatte den Vorteil, sich schon einen Eindruck von der bevorzugten Seite zu machen. Bei schräg ablandigem NW-Wind bestätigte sich unsere Vermutung, dass auf der linken Seite unter Land mit einem Linksdreher zu rechnen war. Also Start in Lee an der Tonne und mit höchstens einem kurzen Schlag zum Freisegeln lange auf Backbordbug links raus. Dachten sich aber andere auch und so blieb die eine oder andere weitere Wende zur Befreiung nicht aus. Samstag Morgen: Wenig Wind, aber auch mächtige Wolken am Himmel. Wir wurden auf die Bahn geschleppt und wieder zurück in den Hafen, da sich zahlreiche Gewitterzellen in der Kieler Bucht verteilten. Auch drei Stunden Schleppen, Rumtreiben und wieder Schleppen machen hungrig, also stellten wir erstmal die Dose Ravioli auf den Kocher und öffneten den mitgebrachten Riesling. Frisch gestärkt ging es nachmittags noch mal auf die Bahn. Von den Cumulonimbus nur noch Reste, die aber ausreichten, um für heftige Regengüsse, Böen und Dreher jeglicher Art zu sorgen. Wir würfelten einmal schlecht (27.) und einmal gut (17.). Allerdings bekamen wir das Segel immer besser in Griff und in Einklang mit der Fock, so dass wir von der Geschwindigkeit her mit den Booten auf den Plätzen 10 bis 20 gut mithalten konnten. Mit nur 6 Wettfahrten rechneten wir schon damit, dass sonntags vermutlich noch 2 Wettfahrten gesegelt würden. Für uns aber trotz der langen Heimfahrt erfreulich, da wir zunehmend Sicherheit gewannen und jede Erfahrung mitnehmen wollten. Mit dem Gefühl, wieder ein schnelles Boot zu sein konzentrierten wir uns vorm Start auf die Entwicklung der Bewölkung, die sehr wechselhaft war. Ein Riss in der Wolkendecke, der von rechts über die Bahn zog, weckte unsere Aufmerksamkeit und wir beschlossen entgegen der Masse des Feldes am Schiff raus zu gehen und schnell auf Steuerbordbug umzulegen. Unser Mut wurde belohnt, der Rechtsdreher kam und wir fanden uns auf Platz 6 an der Luvtonne wieder. Auf dem Spikurs bekamen wir allerdings schnell gezeigt, wie man es überall richtig macht und fielen langsam zurück. Zwei, drei weitere Fehler und unsere Position wurde zweistellig. Kein Wunder, denn das Feld war dieses Jahr außerordentlich kompakt. Man hatte auch auf der dritten Kreuz immer noch den Eindruck, es könne sich um eine Startkreuz handeln. Schließlich wurde es ein 15. Platz, mit dem wir aber sehr zufrieden waren. Die zweite Wettfahrt bei ähnlich trickreichen Bedingungen zog sich durch einige Flautenlöcher etwas quälend in die Länge, wir bewarten jedoch Ruhe, zeigten Geduld und ersegelten mit dem 16. einen weiteren guten Platz. Mit einem 23. Platz im Gesamtergebnis konnten wir hoch zufrieden einpacken. Allerdings waren wir erst 17:30 auf der Autobahn und hatten noch 650km vor uns. Ein kleiner Stau bei Salzgitter und es wurde 2:30, bis das Boot wieder im SCR stand. Und dennoch: die Kieler Woche ist nach wie vor eine Regatta, die solche Mühen lohnt! Falko Braun (SCR) |






