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| Der Jugendtörn 2005 (Tilman Schulz) |
27.08. - 02.09.2005 Flensburg-Aeroskoebing-Maarsholm-Glücksburg-Flensburg Die Buddy und das Beast 2 Sun Fast 37, die für eine Woche unter unsrer Führung lagen. Der Spaß und auch gleichzeitige Stress begann schon am Samstag morgen um 05.00 Uhr als wir den Bahnhof von Frankfurt erreichten. Im Zug fingen einige wieder an zu schlafen, denn eine lange Fahrt und ein interessanter und herausfordernder Segeltörn lag vor uns. Wir wussten, dass dieser Törn sich von dem damaligen Jugendtörn [2004] sehr unterscheiden würde. Zum einen würde es eine komplett neue Crew-Verteilung geben mit natürlich anderen Jugendlichen, mit denen man vorher weniger oder auch mehr Kontakt hatte. Ebenso hatten 3 von uns eine SKS Prüfung vor sich. Aber dennoch sollten wir einen super Segeltörn erleben, der uns viel an Seemannschaft, Erkenntnis, Erfahrungen, Freude und auch Erholung bereiten sollte. Am Bahnhof in Flensburg angekommen kam Joachim Sandler ,der Skipper vom Boot Beast, mit dem Auto um uns abzuholen. Er brachte uns alle einzeln zum Hafen, da Reinhard sich den Fuß verknackst hatte und im Krankenhaus war. Dies war der erste SCHOCK , was sollte nun passieren? Ein Törn ohne Skipper??? Natürlich nicht - wir hofften, dass dies nichts Ernstes war und wir unsern Skipper auf dem Törn nur ein wenig zu schonen hatten. Zum Glück war dies der Fall, der Törn konnte also wie geplant stattfinden. Als wir die Boote eingeräumt hatten, kam erst eine Sicherheitseinweisung, wie z.B.: Das Anlegen der Schwimmwesten, Anbringen der Notpinne, Anbringen der Lifebelt, Einweisung in die Maschine, Feuerlöscher,... und natürlich auch die Toilette, damit uns eine Panne wie dem Beast auf dem letzten Törn erspart bleiben würde. Dann ging es auch schon los ("schon" ist gut!) mit dem ersten Einsegeln zum Beginn, um die Crew auf alles vorzubereiten, was auch passieren könnte {das hieß nun für uns: Mann-über-Bord-Manöver, Anlegen(mit richtiger Fenderführung für Starkwind), Ablegen,...}.Am Abend waren wir völlig fertig und fielen tot in unsre Kojen. Der nächste Morgen verlief wie beim Militär ("eine gewisse Ordnung hat auch auf einem Schiff zu herrschen", so unser Skipper unter mürrischem Einverständnis der Crew): 7:00 aufstehen, 8:00 Uhr Frühstück, darauf um 9:00 Uhr Segeln gen Glücksburg und Flensburger Förde. Es war herrliches Wetter. Wir hatten Wind und Sonne (was wir von der Flensburger Förde überhaupt nicht kannten). Der Abend war ein sehr lustiger und schöner mit Tabu und auch eine Skatrunde konnte eröffnet werden. Beide Crews waren auf einem Schiff und so entstand eine große Runde, die mit einem Glas Bier beschlossen wurde. Der nächste Morgen in Flensburg: Die einzelnen Wachen waren nach dem Wachplan in Backschaft, Smut und Navigatoren eingeteilt. Jeder hatte seine Aufgabe. Auf der Buddy war nur einer von denen, die den SKS-Schein machten. Daher wurde er mehr als alle anderen für Navigation, Motorcheck, Müllrausbringen und andere Tätigkeiten herangezogen. Wir segelten um Gefahrentonnen (natürlich an der richtigen Seite), dem Lateralplan entsprechend aus der Flensburger Förde heraus und nahmen Kurs auf Aero. Als wir die dänische Südsee durchquerten und glanzvoll um die gefährlichen Untiefen der Einfahrt von Aeroskoebing fuhren, legten wir im Yachthafen an und stellten unseren Tiefenwarnmesser aus, da dieser die gesamte Zeit (wegen der niedrigen Wassertiefe) Alarm ausschlug. Einer der ersten Gedanke von uns war, ob die Toilettenqualität von Dänemark sich geändert hatte seit dem letzten Mal. Leider mussten wir hier feststellen, dass dies nicht der Fall war. Also beschlossen wir den nächsten Tag in Maasholm zu duschen, da wir dort eine herrlich heiße und saubere Dusche kannten und zu schätzen wussten. Ein weiterer Gedanke war das neue Dorf (Entschuldigung, Reinhard!) zu erkunden. Wir wurden fündig: Eine Kneipe hatte völlig unerwartet einen Billiardtisch. Dies ließen wir uns nicht 2 mal sagen, also sprachen wir mit unseren Skippern ab, dass wir den Abend dort verbringen wollten. Wie gesagt machten wir den nächsten Morgen nur das Nötigste (alles außer duschen), also Zähne putzen,.... Das Wetter machte unseren Plan, durch die Enge und die Untiefen (den sogennanten "Navigatorischen Leckerbissen") zwischen Aero und Langeland nach Maasholm zu fahren, zunichte. Wir hatten Südwind, daher hätten wir teilweise gegenan kämpfen müssen, was in der Enge des Fahrwassers nicht möglich war. Wir mussten wohl oder übel den längeren und navigatorisch fast simplen (im Vergleich zur anderen Strecke) Weg nehmen. Hier wurden wir von Rasmus, den wir vorher mit einem Biermaß (natürlich gefüllt mit Wasser!) begrüßt und um viel Wind gebeten haben, getestet. Eine kleine Regatta machte sich auf beiden Schiffen breit. Wer wird zuerst in Maasholm ankommen??? (klar hatten wir Pech) Der Wind drehte nun auf West, Maasholm wie immer gegenan. Aber ein Matjesbrötchen spornte uns an. Abends gingen wir zum Störtebecker, ein Lokal, das wir kannten. Das Essen war super, obwohl das Essen an Bord auch seine Vorteile hatte und dem vom Störtebecker nicht um viel nachstand. Eine Nachtfahrt sollte es diesmal geben und die Einfahrt der Schlei war dafür regelrecht prädestiniert. Sehr früh am Morgen standen wir auf, es war noch dunkel und der Gang zu den Duschen müßig. Es hatte sich aber gelohnt, wir waren hellwach und beobachteten die Leit- und Richtfeuer, die uns aus dem Hafen und aus der Schlei sicher auf die Ostsee führten. Der Sonnenaufgang war genial, als der Wind auch noch einsetzte, waren die, die nicht schliefen (das waren aber nur 3 inklusive Skipper) in Hochstimmung. Absolute Flaute erwartete uns dann aber, als wir den Leuchtturm Kalkgrund passierten. Die Flauten-Regatta nahm ihren Lauf, die Buddy segelte dicht vor dem Beast (dafür gewann ja auch das Beast beim Cup um Maasholm). Die Flaute war vollkommen. Das Beast zog zur Genua noch die Fock dazu, um etwas aufzuholen, aber all dies half nichts: Der Kutter blieb trotzdem hinter der Slup. Insgesamt glich es sich aus und man kann sagen, dass beide Schiffe gleich schnell waren. In der Flensburger Förde unter Motor und Autopilot angekommen verlief es sich leider, manche gingen in die Stadt um eine passende Disco zu finden und der Rest blieb bei den Schiffen, Diese Teilung war zwar schade, aber für die, die auf dem Schiff blieben, war es ein gelungener Abend. Die Übungszeit für die SKS Prüfung begann vor Glücksburg am nächsten Tag. Reinhard und Doris (Co-Skipperin) übten mit uns und Bernhard war so nett und half uns das Schiff zu bewegen. Der größere Teil der beiden Mannschaften von beiden Schiffe, begann einen Tagestörn mit Schwimmen und Sonnen an Deck. Am sogenannten Übungstag hatten wir mit 5-6 Beaufort zu kämpfen und dazu noch die Anstrengung Mann-Über-Bord Manöver zu fahren. Sehr früh (ca. 22:00 Uhr) gingen wir in unsere Kojen um für den nächsten Tag gerüstet zu sein. Die 2 Prüfer vom DHH kamen um 9:Uhr an Bord. Dann ging es los: Mann-über-Bord Manöver unter Maschine, unter Segeln genauso wie nach Kurs fahren,... und und und, so dass wir bis zum Mittag für nur drei Prüflinge brauchten. Das war aber noch nicht alles, genauso wurde jeder einzelne von uns unter Deck gerufen und getestet, nach Wetter, Lage der Feuerlöscher,... und vielem mehr. Danach erhielten wir die Nachricht "alle bestanden", hierauf spürte man deutlich die Erleichterung und Dankbarkeit gegenüber Reinhard, Doris und Bernhard, die uns trainiert und durch die Prüfung begleitet hatten. Am letzten Abend waren beide Crews zusammen und feierten den super gelungenen Törn genauso wie die Tatsache, dass alle Drei bestanden hatten. Die Rückfahrt war teils ruhig (eher weniger), teils sehr lustig. In Frankfurt wurden wir abgeholt und freuten uns auf zu Hause. |






